netzheimat on tour – unsere Erlebnisse auf dem OMR18 in Hamburg

Zwei aufregende Tage in Hamburg liegen hinter uns. Am 22. und 23. März fand in den Messehallen Hamburgs das Online Marketing Rockstars Festival 2018 statt. In drei Hallen präsentierten sich über 300 Aussteller, begleitet von weiteren 300 Top-Speakern. Fachvorträge in Deutsch und Englisch, sowie die sogenannten Masterclasses, Workshops, die im Vorfeld gebucht wurden konnten, gaben den über 40.000 Besuchern wertvollen fachlichen Input. Von Case Studies bekannter Unternehmen über Visionen aufstrebender Start-ups bis hin zu berühmten Social Media Stars und Themen, wie Datenschutz, Blockchain und künstliche Intelligenz, wurde an den beiden Tagen nichts ausgelassen.

Mit einem Conference-Ticket hatte man zudem die Chance, an der eigentlichen Konferenz sowie den anschließenden Live-Konzerten teilzunehmen. Ob Fünf Sterne Deluxe, Bausa, Hamburger Goldkehlchen, Drunken Masters oder Deichkind  – auf der OMR18 haben den Messebesuchern absolute Top-Acts eingeheizt. Auch, wenn die Mittagspause mit Materia ein besonderes Highlight war, möchten wir euch hier von unseren Learnings und teils bekannten, teils überraschenden Erkenntnissen berichten.

Conference Day auf dem OMR Festival 2018

Die Konferenz öffnete am Freitag um 8 Uhr ihre Türen. Eine Stunde später fiel der Startschuss durch die Begrüßung von Philipp Westermeyer, dem Co-Founder der OMR. Dieser bezeichnete die Konferenz als „Late Night Show“ im Marketing – jedoch mit einer Dauer von 8 Stunden. Bargäste an der Bühnen-Theke vertreten das 7.000-Mann-starke Publikum, indem sie nach den Vorträgen weitere spannende Informationen aus den Referenten locken. Währenddessen kommentiert das Team von 11Freunde, einem deutschen Fußballmagazin, im Live-Ticker die Geschehnisse der Konferenz.

Bevor die gelisteten Referenten, wie Mark Rabkin von Facebook oder Naomi Makofsky und David Sneddon von Google einen Blick auf die Zukunft des Marketings werfen und Fitness-Ikone Kayla Itsines mit Mann und Gründer von SWEAT, Tobi Pearce, von der Erfolgskarriere in den sozialen Medien berichten, stellt Philipp Westermeyer den aktuellen Stand des deutschen Internets vor.

In seinem Vortrag „State of the German Internet 2018“ wird anschaulich aufgezeigt, wie sich die deutsche Digitalbranche im vergangenen Jahr entwickelt hat und welche Fortschritte die internationalen Wettbewerber machen. Wie können wir in Zeiten von GAFA (Google – Amazon – Facebook – Apple) mithalten? Philipp Westermeyer betont die immense Bedeutung des „Customer Access“. Es geht nicht immer nur um herausragende Produkte, sondern vielmehr um optimalen Kundenzugang. Firmen, wie Airbnb oder Uber haben einen umfassenden Kundenzugang aufgebaut und können so erfolgreich Produkte und Dienstleistungen vermitteln. GAFA geht einen Schritt weiter: Als „Besitzer“ dieses umfangreichen Kundenzugangs nutzen sie Ihre Marktmacht und versteigern diesen. Westermeyer stellt 5 Pfade vor, trotz dieser Marktmacht erfolgreich zu sein. Dabei geht es um Horizontalisierung, Kundenbindung durch Subscription-Modelle und gutes CRM, Stand-Out-Marketing durch Provokation oder Markenbildung sowie digitale PR und Agilität auf Plattformen.

Neben dem Gründer von Zalando, Robert Gentz, dem Schlagzeuger von Metallica, Lars Ulrich, und dem Founder von Highsnobiety, David Fischer, konnten wir vielen weiteren inspirierenden Referenten lauschen.

Veras Highlight-Vortrag: “how to be not shitty on the internet”

Bevor Tim Urban seinen Blog “waitbutwhy.com” ins Leben rief, stand er, wie so viele Blogger, vor der entscheidenden Frage, was er mit diesem bewirken möchte. Eine Strategie musste her. Und so entschloss sich Tim Urban, genau die Personen anzusprechen, die den gleichen Stil, die gleichen Interessen und Meinungen haben wie er. Eine Zielgruppe bestehend aus vielen Tim Urbans. Denn wenn er sich auf diese Fokusgruppe konzentriert, genießt er den Luxus, nur über Dinge zu schreiben, die ihn selbst wirklich interessieren. Er bezeichnet sei Wesen als curious baby, denn er ist neugierig, entdeckungsfreudig und wissbegierig, er möchte tiefgründig berichten und nicht an der Oberfläche kratzen. Gleichermaßen findet er Texte, die für Erwachsene geschrieben sind, langweilig. Beim Lesen sollte man Spaß haben und gefesselt werden.

Also entwirft Tim Urban auf den ersten Blick unnütze, jedoch eindrucksvolle Grafiken und witzige Zeichnungen, kramt außergewöhnliche Werbekampagnen aus den 50er Jahren hervor oder klärt auf, warum doch kein Mensch „special“ ist. Denn wenn jedes Individuum „special“ ist, geht die ursprüngliche Bedeutung des Wortes doch völlig verloren. Mit all seinen Kreationen traf er genau den Nerv seiner Zielgruppe, den Tims dieser Welt. Und auch den von Elon Musk, bekannter Unternehmer, Investor und Mitgründer von Tesla, mit welchem er bereits zusammengearbeitet hat.

Heute hat er über 1 Mio Leser pro Monat und 600.000 Newsletter-Abonnenten, die ihm persönlich weit mehr bedeuten, als Follower in Social Media. Besonders ist mir die Aussage „make stuff people love“ im Kopf geblieben. Mit authentischen Inhalten erreicht man seine Zielgruppe am besten. Denn im Grunde sind wir alle gleich, eben special. 😉

Christophs Highlight-Vortrag: “LIVE Podcast mit Zalando-Gründer Robert Gentz”

Ein raunen Ging durch die Communitys der Digitalos, als Zalando Anfang März 250 Marketing-Mitarbeiter entlassen hat. Umso gespannter war ich auf den LIVE Podcast mit Zalando-Gründer Robert Gentz auf der OMR Bühne – denn DIE große deutsche Hoffnung setzt nichtmehr auf Marketing? What?!

Doch der Reihe nach:
2008 gegründet ist Zalando heute das Wirtschaftswunder der Millennial-Generation – und spätestens durch die einprägsame Werbung mit dem schreienden Postboten jedem im Gedächtnis. Auch die Zahlen sprechen für sich: denn ein Wachstum von 23 Prozent in 2017 und ein geplanter Umsatz von 4,3 Milliarden Euro sind eine echte Hausnummer. Hierfür sorgen die mehr als 23 Millionen Kunden mit Durchschnittlich 3,9 Bestellungen pro Jahr.

Um dieses Ziel zu erreichen liegt das Marketingsbudget von Zalando konstant bei 350 Millionen Euro pro Jahr. Und ein Großteil des Marketings wird auch in Zukunft weiterhin „von Menschen gemacht“. Denn seinen USP gegenüber Amazon sieht Zalando im Verständnis von Mode und dem gesamten Modemarkt –
und das wird auch in Zukunft noch maßgeblich von Menschen umgesetzt werden. Denn, so Gentz, kann keine noch so gute KI ein echtes Gespür für Modetrends und die richtige Auswahl von Season Ware treffen. Aber auch das Eigenverständnis der Marke erlebte in den letzten Jahren eine deutliche Neuausrichtung. Zalando geht konstant den Weg zur Plattform, die ihre Wertschöpfung durch Technologie erfährt und dem Kunden „das richtige Produkt zur richtigen Zeit“ ausspielt. Und genau in diesen Bereich fallen die zahlreichen Entlassungen.  Zalando setzt vermehrt auf KI und Algorithmen, um der schieren Datenmenge Herr zu werden. Also nochmal Glück gehabt. 🙂

Auch wir von netzheimat setzen bereits auf KI und nutzen für unsere Kunden das DDA Modell von Google Adwords. Die sog. datengetriebene Attribution „spiegelt die Zurechnung einer Conversion wider, wie die Nutzer nach Ihrem Unternehmen gesucht haben und sich letztendlich für Sie entschieden haben.“ Und der Erfolg liegt auf der Hand: bei allen Kunden konnten wir die Conversionrate steigern und den CPA senken. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Zalando die Vorteile dieser Technologie um das volle Marketingpotential auszunutzen.

Abgerundet wurde der Talk durch zahlreiche Insides zu den Zalando Eigenmarken, Trends zu persönlichen Interfaces, dem Ausbau der Logistik sowie der Erschließung neuer Märkte. Und noch ein ganz wichtiges Learning konnte ich mit nach Hause nehmen: vor allem kleine Startups haben noch Chancen, im Longtail erfolgreich zu sein. Aber auch hier gilt: ohne Fleiß kein Preis.

Sie haben Fragen zu diesem Thema?

Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine Email. Wir freuen uns auf Sie!

0800 – 50 01 300
info@netzheimat.com

Weitere spannende Artikel

2018-04-06T06:09:31+00:00