Seit 2016 schaffte die App „TikTok“ es, mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer zu generieren – sie zählt damit zu den am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerken. Der Sinn der App liegt darin, kurze Musik- oder Filmclips abzuspielen und zu diesen, mit Hilfe von Laiendarstellern und Playback-Singen ein eigenes Video mit dem Smartphone aufzunehmen. Neben insgesamt 19 verschiedenen Kategorien gibt es auch eine Vielzahl an „Internet-Challenges“ und „thematischen Hashtags“, durch die die Vielzahl an Videos der Nutzer unterteilt werden können. Unter der jungen Zielgruppe hat „TikTok“ sich in den letzten vier Jahren rasant zu einer der beliebtesten Apps entwickelt und überzeugt mit ihrem Konzept der kurzen Videos täglich Millionen Nutzer.

„TikTok“ auf dem Vormarsch – woher kam die App auf einmal?

Im September 2016 wurde die App „TikTok“ von Zhang Yiming in China ins Leben gerufen. Hinter der App verbirgt sich das Unternehmen Bytedance mit Sitz in Peking, welches bereits 2012 gegründet wurde. Im November 2017 kaufte TikToks Muttergesellschaft  die ebenfalls bekannte App „Musical.ly“ für rund 800 Millionen US-Dollar auf. Knapp ein Jahr später, im August 2018, wurde Musical.ly dann in „TikTok“ umbenannt und die Millionen Downloads und Nutzerzahlen schnellten weiter in die Höhe.

Was macht die App so erfolgreich?

Laut eines Marktforschungsunternehmens war „TikTok“ im Jahr 2018 die weltweit beliebteste App im Apple Store. Gerade bei Teenagern und einer allgemein jüngeren Zielgruppe kommt der Inhalt und das Konzept der chinesischen App sehr gut an. Warum, fragt man sich? Dies ist nicht schwer zu erklären: Sie regt die Kreativität an, bereitet Freude und stellt ein ganzes Arsenal an Effekten für die verschiedenen Videos zur Verfügung. Die Videos lassen sich weiterhin in vielen Abschnitten schrittweise filmen und machen dadurch außergewöhnlichen Content möglich. Auch beschränkt sich die App nicht nur auf Musik: Man kann sogar die Stars und Sternchen aus unterschiedlichsten Serien und Filmen nachahmen. Als Belohnung gibt es für die Nutzer, die Inhalte teilen, dann eine Menge Likes, Herzen, Kommentare und virtuelle Geschenke, welche auf der Plattform mit echtem Geld gekauft werden können.

Wer besonders kreativ und kontinuierlich seine Videos mit der Welt teilt, hat tatsächlich die Chance, dadurch sogar berühmt zu werden. In Deutschland konnten sich zum Beispiel die Zwillinge Lisa und Lena durchsetzten. Sie konnten die Aufmerksamkeit von mehr als 30 Millionen Followern erlangen. Mittlerweile haben sie TikTok jedoch den Rücken gekehrt und laden ihren Content primär auf anderen Social-Media-Plattformen, wie zum Beispiel Instagram hoch. Auch hier können sie stolze 15 Millionen Fans vorweisen.

Aber: hat die Video-Plattform auch negative Seiten?

Trotz Milliarden aktiver Nutzer und augenscheinlich einer Menge Spaß hat „TikTok“ auch negative Seiten. Daten- und Jugendschützer sehen die App als kritisch. Eine Gefahr ist zum Beispiel das Cyber-Mobbing, welchem die Teenager leicht zum Opfer fallen können. Die Kinder und Jugendlichen zeigen sich in ihren Clips oft auf lustige, verrückte oder freizügige Art und Weise, was sie angreifbar für das Mobbing anderer Kinder macht. Natürlich sind auch Plattformen wie Instagram in diesem Punkt gefährlich, die Art des Content unterscheidet sich jedoch trotzdem deutlich von „TikTok“. Wichtig ist auch, dass Eltern ihre Kinder so früh wie möglich für die Gefahren des Internets sensibilisieren. Das vom Justizministerium geförderte Portal „Mobilsicher“ berichtete von Fällen, bei denen Videos von bauchfrei tanzenden Kindern in Listen gesammelt und dann zur Verfügung gestellt wurden. Auch soll es häufig dazu kommen, dass junge Mädchen über die App kontaktiert werden. Schon Musical.ly musste sich mit dem Vorwurf befassen, ein Nährboden für Pädophilie zu sein. Neben allem Spaß und witzigen Inhalten darf also nicht vergessen werden, dass zwar primär Kinder und Jugendliche die Plattform nutzen, aber jede Person jeden Alters auch ohne Registrierung Zugriff auf die hochgeladenen Videos hat – und nicht jeder hat hierbei nur gutes im Sinn.

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